Tannöd

Ein Kriminalfall von Andrea Maria Schenkel

Bühnenfassung von Maya Fanke & Doris Happl

Württembergischen Landesbühne Esslingen (WLB)
Regie Christoph Biermeier 
Bühne & Kostüme Claudia Rüll Calame-Rosset 
Musik Thomas Unruh 
Dramaturgie Sarah Frost

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„Der Teufel hat‘s geholt“ heißt es im Dorf, als auf dem abgelegenen Hof in Tannöd die gesamte Familie Danner tot aufgefunden wird. In einer einzigen Nacht wurden sechs Personen grausam hingerichtet. Die Furcht greift um sich: Es gibt keine Spuren, keine Hinweise, keine Gewissheit über die Motive. War es göttliche Strafe, ein sorgfältig geplanter Raubmord oder vielleicht doch späte Rache für erlittenes Unrecht? 

Schon vor der Tat muss Tannöd ein Ort des Schreckens gewesen sein. Gerüchte von Gewalt und Inzest kursieren im Dorf, öffentlich aber herrscht eisernes Schweigen. Erst der kaltblütige Mord löst die Starre: In mosaikartigen Rückblenden und inneren Monologen setzt sich nach und nach ein bedrückendes Beziehungsgeflecht zusammen. Hinter der Fassade von Gottesfurcht und ländlicher Idylle verbergen sich Angst, Abhängigkeit und alte Verletzungen. Jeder Satz wirkt wie ein Lichtstrahl in einen Raum, der lange verschlossen war – und doch bleibt der Kern des Geschehens unheimlich, verstörend und kaum zu greifen. 

Ein nicht aufgeklärter Mordfall aus dem Jahr 1922 diente Andrea Maria Schenkel als Grundlage für ihren Roman „Tannöd“. Sie verlegte das Geschehen jedoch in die Nachkriegszeit und schuf so neben einem Kriminalfall zugleich das Portrait einer Gesellschaft, in der man schwieg, anstatt hinzusehen. Die Enge der dörflichen Gesellschaft wirkt ebenso bedrückend wie die Schatten der Vergangenheit. Die Regie verleiht der Geschichte einen düsteren, atmosphärischen Sog – ein Krimi, der zum sozialen Kammerspiel wird und lange nachhallt.

Fotos © Björn Klein

Dauer
ca. 2,5 Stunden

Karten

27 / 23 € / U25 10 €


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Einzeltickets sind ab dem 13.07.2026 erhältlich


Veranstalter
FILharmonie Filderstadt