Woyzeck

Dramenfragment von Georg Büchner

Landestheater Württemberg-Hohenzollern
Tübingen Reutlingen (LTT)

Regie: Christiane Pohle
Bühne, Kostüme: Charlotte Pistorius

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Woyzeck ist Soldat. Sein geringer Lohn reicht nicht aus, um seine Freundin Marie und ihr gemeinsames Kind Christian zu versorgen. Um sein Einkommen aufzubessern, erledigt er niedere Dienste für seinen Hauptmann und stellt seinen Körper wissenschaftlichen Experimenten zur Verfügung. Als Spielball der Mächtigen erlebt und erleidet Woyzeck seinen Alltag, der durch Spott, Verachtung und Gewalt bestimmt ist. Als seine Freundin Marie mit dem Tambourmajor schläft, regieren in Woyzeck nur noch Angst und erbitterter Hass, und er ersticht seine Freundin.

Mehrere historische Fälle von Frauenmorden bildeten für Georg Büchner den Ausgangspunkt für seinen „Woyzeck“. Der Soldat, Vater und Partner ist damit ebenso wenig ein Einzelfall wie seine getötete Freundin Marie. Vielmehr ist Gewalt strukturell und der Mensch dressierte, zugerichtete, ausgebeutete und geschundene Kreatur, austauschbar und allein.

Regisseurin Christiane Pohle schaut tief in Büchners so rohes wie tiefgründiges Werk hinein und folgt mit ihrer Inszenierung dem Fragmentcharakter „Woyzecks“: Gleich einer Revue, mit wirbelndem Spaß an Spiel und Performance, zähmt ihre Inszenierung nicht das Bruchstückhafte. Wie im Theaterlabor stellt sie gleichwertig Szene neben Szene, Figur neben Figur. Was soll man machen, wenn „einem die Natur kommt“? Sind wir Opfer oder Täter? Sind wir der Natur unterworfen, haben wir einen freien Willen oder sind wir alle nur dumme Esel? Dieses alte Rätsel will auch Pohles Inszenierung nicht lösen, aber mit all diesen Motiven spielen. Die Schauspielerin und Regisseurin inszenierte u. a. am Wiener Burgtheater, dem Thalia Theater Hamburg und den Münchner Kammerspielen. Sie leitete von 2012 bis 2019 den Studiengang Schauspiel an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg und unterrichtet an zahlreichen weiteren Hochschulen.

Fotos © Sigmund (LTT)

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Stück-Einführung: DO 19.01.2022 / 19.30 Uhr
Keine Anmeldung erforderlich

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Dauer
ca. 1,5 Stunden

Karten

23 € / 19 € / Junges Publikum 10 €


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Veranstalter
FILharmonie Filderstadt